19. Fußballturnier der Religionen
Dortmund setzt ein starkes Zeichen für Respekt und Miteinander
Bereits zum 19. Mal wurde in Dortmund das deutschlandweit einzigartige Fußballturnier der Religionen ausgetragen – erneut ganz im Zeichen von Dialog und Zusammenhalt. Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters traten neun Teams, die sich aus VertreterInnen des Christentums, Judentums und des Islams zusammensetzten, gegeneinander an – vereint in der gemeinsamen Botschaft gegen Diskriminierung und für Toleranz. Besonders hervorzuheben ist die bunte Zusammensetzung der Mannschaften: Frauen und Männer, Rabbiner, Pfarrer und Imame sowie Gläubige der unterschiedlichen Konfessionen spielten Seite an Seite. Der 1. FC Dialog, bestehend aus religiösen Führungspersönlichkeiten, verkörperte den interreligiösen Austausch auf dem Spielfeld.
„Fußball begeistert und vereint uns“, brachte Zwi Rappoport, einer der spielstärksten Liberos dieser Mannschaft, auf den Punkt.
Erstmals nahm in diesem Jahr eine weitere interreligiöse Mannschaft der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit teil, angeführt von Alexander „Sascha“ Sperling und ergänzt durch mehrere starke und nicht unbekannte Spielerinnen und Spieler.
Die Veranstaltung wurde nicht nur vom Deutschen Fußballbund (DFB) und der Pax Bank Köln ausgezeichnet, sondern auch vom Bundesprogramm ‚Weißt du, wer ich bin?‘ unterstützt. Hierdurch sollte ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit gesetzt und der Austausch der Religionen gefördert werden.
Neben dem sportlichen Wettbewerb standen Begegnung und Zusammenkommen im Vordergrund. Auf dem „Platz der Begegnung“ konnten die Gäste türkische Spezialitäten probieren, das Familiencafé besuchen oder sich an vielfältigen Spiel- und Sportangeboten für Kinder und Jugendliche erfreuen. Für junge Erwachsene gab es eine Chill-Zone zum lockeren Austausch und Kennenlernen. Durch das Programm führten humorvoll und kompetent die Spielkommentatoren BVB-Urgestein Gerd Kolbe und die Dortmunder Legende Günna, die das Publikum bestens unterhielten.
Die Mannschaft des jüdischen Sportvereins Makkabi, angeführt von Kapitän Alexander Polunovski, setzte sich in einem spannenden Elfmeterschießen gegen starke christliche und muslimische Teams durch. Dank der beeindruckenden Torwartleistung ihres Kapitäns gewann Makkabi das Turnier knapp, aber verdient, was für große Begeisterung bei den angereisten Fans sorgte.
Ein zentrales Element der Veranstaltung war die Verlesung der Dortmunder Selbstverpflichtung, die für gegenseitigen Respekt, Akzeptanz und den Abbau von Vorurteilen zwischen den Religionsgemeinschaften steht.
Auch wenn es einen sportlichen Sieger gab, stand am Ende vor allem eines fest: „Es steht immer 1:0 für den Dialog.“
Das Turnier zeigte eindrucksvoll, wie Fußball Brücken zwischen Menschen verschiedener Herkunft und Religion schlagen kann. Dortmund sendet damit ein positives Signal für ein friedliches Miteinander und lädt schon jetzt herzlich zur nächsten Ausgabe ein.
Alexander Krimhand
Foto: Stephan Schütze