„Weg der Verbundenheit“: Ein starkes Zeichen für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in Dortmund
Christ*innen, Jüd*innen und Bürger*innen setzen gemeinsam ein Zeichen des Miteinanders
Am Sonntag, dem 21. September, versammelten sich zahlreiche Menschen in der Dortmunder Innenstadt, um zum dritten Mal am „Weg der Verbundenheit“ teilzunehmen. Dieser öffentliche Rundgang hatte das Ziel, jüdisches Leben sichtbar zu machen, gemeinsam zu unterstützen und sich klar gegen Antisemitismus zu positionieren.
Der Auftakt fand um 15:00 Uhr auf der Hansastraße vor dem Platz der Alten Synagoge statt. Pfarrer Friedrich Stiller (Evangelischer Kirchenkreis) und Zwi Rappoport (Jüdische Kultusgemeinde) erinnerten dort an die im Jahr 1900 errichtete Synagoge und begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die anschließend gemeinsam symbolisch den Grundriss des ehemaligen Gotteshauses abschritten. Im Anschluss führte der Rundgang die Gruppe zu insgesamt sechs Stationen im Zentrum der Stadt.
Die Veranstaltung wurde von musikalischen Beiträgen und verschiedenen Mitmachaktionen begleitet, die für eine ausgelassene wie auch nachdenkliche Stimmung sorgten. So erhielten die Anwesenden spannende Einblicke in den Alltag der jüdischen Gemeinde, erfuhren mehr über deren Geschichte und Gegenwart und zeigten ihre Solidarität. Für die musikalische Gestaltung sorgten Andrej Chernow und Oleg Apteker, die mit ihren Darbietungen eine besondere Atmosphäre schufen.
Ein Höhepunkt war das Grußwort von Sylvia Löhrmann, der Landesbeauftragten für Antisemitismusbekämpfung und jüdisches Leben in NRW, die die Bedeutung dieser Initiative betonte. Der „Weg der Verbundenheit“ setzte ein starkes Zeichen für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben von Christ*innen, Jüd*innen und der gesamten Bürgerschaft in Dortmund.
Die Route reichte vom Platz der Alten Synagoge über den Friedensplatz und die Stadtkirche St. Reinoldi bis zum Jüdischen Gemeindehaus. Jede Station widmete sich einem speziellen Aspekt des Miteinanders und bot durch Musik und interaktive Angebote Raum für Austausch, Freude und Nachdenken.
Auf dem Friedensplatz begrüßte Bürgermeister Norbert Schilff die Gäste
Auf dem Friedensplatz begrüßte Bürgermeister Norbert Schilff die Gäste, der sie zusammen mit Marina Evel (Jüdische Kultusgemeinde) zum gemeinsamen Tanzen animierte. In der Stadtkirche St. Reinoldi diskutierten Schülerinnen und Schüler, begleitet von Pfarrerin Annette Back (Evangelischer Kirchenkreis) und Pastor Meinhard Elmer (Katholische Stadtkirche), über aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus.
Am koscheren Eiscafé erläuterte Alexander Krimhand (Jüdische Kultusgemeinde) den Besucher*innen die Grundlagen der jüdischen Speisegesetze und lud sie dazu ein, koscheres Eis zu probieren. Im jüdischen Brückenkindergarten berichteten die Leiterinnen Tanja Feinstein und Jenny Töpfer aus dem Alltag und über die Besonderheiten der Einrichtung.
Nach rund zwei Stunden endete der Rundgang mit einem geselligen Beisammensein in den Räumen der Kultusgemeinde. Zuvor fand ein interreligiöses Gebet mit Segen durch Rabbiner Avigdor Nosikov, die stellvertretende Superintendentin Leonie Grüning und Pastor Meinhard Elmer statt. Mit dieser Veranstaltung machten die Kirchen und die Jüdische Gemeinde Dortmund erneut deutlich, wie wichtig ein respektvolles Miteinander ist und erinnerten an die lange jüdische Tradition
in der Stadt.
Der Nachmittag war geprägt von bereichernden Begegnungen und setzte ein kraftvolles Zeichen gegen Antisemitismus.
Alexander Krimhand
Foto: Stephan Schütze