Delegiertenversammlung von 09.12.2025
Am 9. Dezember 2025 fand die halbjährliche Delegiertenversammlung des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe in Dortmund statt. Vertreterinnen und Vertreter aus nahezu allen zehn Mitgliedsgemeinden waren der Einladung gefolgt. Der Vorsitzende Zwi Rappoport eröffnete die Sitzung um 16.30 Uhr und begrüßte neben den Delegierten zahlreiche Gäste, darunter Rabbiner Avigdor Nosikov, Kultusbeauftragter des Landesverbandes sowie die Jugendreferentin Gloria Tenenbaum mit den neuen Schlichot Shani Levine und Tahel Vilner.
Vorstand des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe K.d.ö.R.
v.l.n.r.: Sharon Fehr, Vorstandsmitglied des Landesverbandes;
Grigory Rabinovich, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes;
Zwi Rappoport, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes;
Alexander Sperling, Geschäftsführer des Landesverbandes
Begrüßt wurde auch der neu gewählte Delegierte aus Minden, Eduard Kipnis. Zudem stellte Zwi Rappoport die neue Mitarbeiterin der Geschäftsstelle, Melissa Polten, vor, die seit Juni in der Verwaltung tätig ist. Anschließend gratulierte der Vorsitzende mehreren Jubilaren, darunter Wolfgang Polak, der im Januar seinen 90. Geburtstag feierte, sowie Ramiel Tkachenko, dem Chefredakteur des „Jüdischen Echo Westfalen“, zum 60. Geburtstag.
In stillem Gedenken an die verstorbenen Gemeindemitglieder, die Opfer des 7. Oktober sowie die im Verteidigungskampf gefallenen Soldaten erhoben sich die Anwesenden zu einer Schweigeminute. Rabbiner Nosikov richtete anschließend ein Grußwort an die Versammlung.
Im Bericht des Vorstandes gab Zwi Rappoport einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten des Landesverbandes seit der letzten Delegiertenversammlung im Januar. Im Mittelpunkt standen die zahlreichen politischen, gesellschaftlichen und interreligiösen Begegnungen, darunter der Antrittsbesuch der neuen Antisemitismusbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, Gespräche mit Vertretern der Landesregierung und Landtagsfraktionen sowie Antrittsbesuche kirchlicher Amtsträger, darunter der neue Bischof des Erzbistums Paderborn und die neue Präses der Evangelischen Kirche von
Westfalen.
So nahm der Vorsitzende Zwi Rappoport unter anderem auch an der Landessynode der Evangelischen Kirche teil und richtete dort ein Grußwort mit Einblicken in das Leben jüdischer Bürgerinnen und Bürger an die Anwesenden. Zu den besonderen Ereignissen des Jahres zählte außerdem die feierliche Eröffnung der neuen Jüdischen Grundschule in Dortmund, die als wichtiger Meilenstein für die Zukunft jüdischen Lebens in der Region gewürdigt wurde.
Breiten Raum nahm außerdem die Solidarität mit Israel ein. Herr Rappoport berichtete von einer Reise nach Israel im Frühjahr, bei der unter anderem ein durch Spenden finanzierter Rettungswagen an Magen David Adom übergeben wurde. Er erinnerte zudem an zahlreiche Gedenkveranstaltungen sowie an das fünfjährige Jubiläum von ADIRA in Dortmund.
Ein Höhepunkt des Jahres war die Jewrovision 2025 in Dortmund, an der rund 1.200 Jugendliche teilnahmen, darunter fast 200 aus Westfalen-Lippe. Drei Gruppen aus dem Landesverband waren vertreten, und die Jugendgruppe aus Gelsenkirchen gewann den Videopreis. Auch die Jugendarbeit insgesamt wurde als sehr erfolgreich gewürdigt, etwa durch die starke Beteiligung am Jewish Quiz in Frankfurt.
Im weiteren Verlauf informierte der Vorstand über die personelle Situation in den Gemeinden, die rabbinische Betreuung sowie den Religionsunterricht. Aktuell werden im Landesverband 181 Schülerinnen und Schüler im jüdischen Religionsunterricht betreut, hinzu kommen über 100 Kinder in den Kindertagesstätten der Gemeinden Bochum und Dortmund. Die Mitgliederzahl lag zum 30. Juni 2025 bei 5.623 und ist damit im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig.
Slava Pasku und Judith Neuwald-Tasbach
Xenia Nickel
Carina Fischer
Zu den formalen Punkten der Tagesordnung gehörten die Beschlüsse zu den Hebesätzen der Kultussteuer und des Kultusgeldes für das Jahr 2026, die unverändert bleiben, sowie die Besprechung des Jahresabschlusses 2024. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Zudem beschlossen die Delegierten eine Aufstockung des Westfalenfonds und verabschiedeten den Haushaltsplan für das kommende Jahr.
Zum Abschluss dankte Zwi Rappoport allen Engagierten für ihren Einsatz und betonte die Bedeutung des Zusammenhalts der Gemeinden in aktuell herausfordernden Zeiten.
Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe K.d.ö.R.
Foto: Ramiel Tkachenko/Chefredakteur J.E.W.