Licht in der Dunkelheit

Chanukka in Münster!

In diesem Jahr begann Chanukka für uns alle mit einem erschütternden Ereignis: dem antisemitisch motivierten Terroranschlag während einer Chanukkafeier am Bondi Beach in Sydney. Der Anschlag forderte mehrere Todesopfer sowie zahlreiche, zum Teil schwer verletzte Menschen.

Am Sonntagnachmittag, dem 14. Dezember 2025, dem Vorabend des 25. Kislew 5786, versammelten sich unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen rund 200 Menschen auf dem Maria-Euthymia-Platz in Münster, um öffentlich das erste Chanukkalicht an unserem neuen, großen Chanukkaleuchter zu entzünden. In einem Zeichen der Solidarität gedachten wir dabei der Opfer dieses schrecklichen Anschlags und der Betroffenen.

Das öffentliche Entzünden der Chanukkalichter in Münster hat seit mehr als 17 Jahren Tradition und wird jährlich gemeinsam von der Jüdischen Gemeinde Münster und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit organisiert.

Zahlreiche Gemeindemitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadt- und Zivilgesellschaft waren bewusst gekommen, um gemeinsam Präsenz zu zeigen und ein deutliches Zeichen zu setzen:

„Wir sind nicht allein und lassen uns von Antisemitismus, Gewalt und Hass nicht einschüchtern.“

Nach der Begrüßung durch unsere 1. Vorsitzende, Frau Dr. Karina Hoensbroech, wurde die Zeremonie mit einem geschichtlichen Beitrag zu Chanukka sowie einer Gedenkminute für die Opfer eröffnet. Anschließend richteten der Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Martin Mustroph, sowie der neue Oberbürgermeister der Stadt Münster, Tillmann Fuchs, bewegende Worte des Zusammenhalts an die Anwesenden, bevor die erste Kerze an der neuen Chanukkia entzündet wurde.

Der neue Chanukkaleuchter wurde übrigens von unserem Haustechniker Vladimir entworfen.

Zuvor sprach Gemeindekantor Yotam Alon die drei traditionellen Brachot und sang anschließend gemeinsam mit den Anwesenden das bekannte Chanukkalied „Maos Tzur“.

Die besondere Atmosphäre der Gemeinschaft rief nicht nur die Bedeutung von Chanukka in Erinnerung – den Sieg der Makkabäer über die griechischen Besatzer, die Wiedereinweihung des Zweiten Tempels in Jerusalem und das anschließende Lichtwunder –, sondern auch die tiefere Symbolik des Lichtes in der Dunkelheit: als Hoffnung gegen Gewalt, Angst und Unterdrückung sowie als Ausdruck des Glaubens an das Gute, an Freiheit und Frieden.

Im Anschluss wurden die Feierlichkeiten im Shalom-Saal unserer Gemeinde fortgesetzt. Der Saal war zuvor von Galina Lipkina stimmungsvoll mit blauen und silberfarbenen Girlanden und Ballons geschmückt worden. Eine Bilderausstellung mit Chanukka-Motiven, gemalt von Kindern ihrer „Kinder-Kunst-Schule“, verlieh dem Raum zusätzliche Wärme und wurde von den Gästen mit großem Applaus gewürdigt.

Beim gemeinsamen Entzünden des ersten Chanukkalichtes mit den Kindern sprach Jugendleiter David Gorelik die Brachot und stimmte singend das „HaNerot Halalu“ an. Auch der Gemeindechor, begleitet von Alla M. am Klavier, trug mit bekannten Chanukkaliedern zur festlichen Stimmung bei. Zum Abschluss dieses Programmpunktes erhielt jedes Kind eine eigene kleine Chanukkia mit Kerzen als Geschenk.

Eine besondere Überraschung erwartete anschließend alle großen und kleinen Gäste: eine beeindruckende Zaubershow!
Zauberer Schenk begeisterte mit fantasievollen Tricks, humorvoller Moderation und der aktiven Einbindung des Publikums als Assistenten. Eine mitreißende Darbietung, die für viele magische Momente sorgte und uneingeschränkt weiterzuempfehlen ist.

Nach der Show erhielten die Kinder Ballons, die mit LED-Lichterketten beleuchtet waren und im abgedunkelten Saal zauberhaft erstrahlten. Lily, die Leiterin unserer Kindergruppe, hatte zudem an einem Basteltisch verschiedene kreative Angebote rund um Chanukka vorbereitet. Auch das Spielen mit dem Dreidel um Schokogoldtaler durfte natürlich nicht fehlen.

Unser Küchenteam um Köchin Nina verwöhnte die Gäste mit leckeren Latkes und Sufganiot sowie mit Kaffee, Tee und Punsch. Und als weiteres Highlight des Abends gab es selbstverständlich auch Geschenke für alle Kinder.

Zum Abschluss wurde ausgelassen zu jüdischer und israelischer Musik, aufgelegt von einem professionellen DJ, getanzt.

So wurde es trotz der traurigen und bitteren Umstände eine wirklich schöne und gelungene Feier – für uns alle ein kleines Chanukkawunder.

Wie ein echtes „Licht in der Dunkelheit“.

Chag Chanukka Sameach!

Simone PelikanMitglied der Gemeindevertretung der Jüdischen Gemeinde Münster
Foto: Archiv der Jüdischen Gemeinde Münster