Almas Geburtstagsbrunch 5786
3 Jahre Alma – Bleibende Spuren!
„Alma“ wird drei – Mazal tov! Wir sind im dritten Jahr voller „Alma“-Veranstaltungen für jüdische Frauen. Ein schöner Anlass für unsere Feier am Sonntag, den 30. August. Mehr als 120 Frauen haben in der Dortmunder Gemeinde gefeiert. Über die große Zahl haben wir uns sehr gefreut.
Für eine schöne persönliche Erinnerung sorgte eine Live-Zeichenkünstlerin. Verborgen von einer Box begann sie stets mit einem „großen Geldstück“. Daraus entwickelte sich im Handumdrehen ein stilisiertes Porträt der jeweiligen Person aus ihrem Spiegelbild.
Die „neugierige Alma“ begann den Vormittag mit einer interaktiven „Mentimeter“-Live-Umfrage: „Was verbindet ihr mit Alma?“ Freundschaft, Frauenpower, Austausch, Jüdischkeit, Zusammenhalt und Freundinnen waren die häufigsten Begriffe, die zutage kamen. In dieser Auswahl konnten wir glücklicherweise unsere eigenen Vorstellungen wiederfinden.
Irina Weinschenker am Klavier harmonierte mit ihrer Tochter Fia in einer emotionalen Interpretation des Songs „Light“ („Or“) von Shoshana Samari.
Diana Broner begrüßte alle Anwesenden und bereitete uns mit ihrer Einführung auf das Motto unserer Veranstaltung vor. Der diesjährige Geburtstagsbrunch galt drei besonderen Frauen aus unserer Gemeinde und ihrem prägenden Einfluss sowie den Spuren, die sie hinterlassen haben.
Rachel Hoffmann ging zunächst auf Etia Friedmann ein. Ihre unermüdliche Hilfsbereitschaft gegenüber den ab 1990 aus der Sowjetunion eingewanderten Juden ist vor allem in Erinnerung geblieben. Den Menschen zu helfen, wirklich in Deutschland anzukommen, war ihre zentrale Aufgabe. Dabei trat zutage, wie stark Frau Friedmann heute noch in der Gemeinde verankert ist. Die persönlichen Worte ihrer Tochter Hanna Sperling runden den Einblick in ihre Persönlichkeit ab.
Julia Krimhand stellte Bärbel Rappоport vor, die sich besonders dem Dienst an Verstorbenen gewidmet hatte. Mit ihrer Tätigkeit in der „Chewra Kadischa“ übernahm sie die rituellen Waschungen und führte damit eine der höchsten religiösen Mitzvot aus. Als liebenswürdiger Familienmensch hatte sie stets für Jung und Alt ein offenes Ohr. Mit großer Freude nahm sie an vielen „Alma“-Veranstaltungen teil. Durch ihren engen persönlichen Bezug zu Bärbel und ihrer Familie konnte Julia viele schöne private Anekdoten mit uns teilen. So gewannen wir einen zusätzlichen Einblick in Bärbels Wesen.
Berührende Rückblicke für alle Anwesenden, aber besonders auch für die Verwandten. Persönliche Momente tauchten vor dem inneren Auge der Frauen auf.
Eine persönliche Vorstellung kam von der Künstlerin Frau Era Freidzon. Glücklicherweise ist sie unserer Einladung gefolgt und hat uns sich und ihre Arbeiten persönlich vorgestellt. Mit ihrer Kunst, inspiriert vom Judentum, hat sie in vielen Gemeinden ihre Spuren hinterlassen. Zudem gelang es ihr, mit Erlebnissen aus ihrem gesamten Leben Zusammenhänge aufzuzeigen, die sich in ihrer künstlerischen Tätigkeit widerspiegeln.
Auf diese schöne und emotionale Reise folgte das Essen. Dank unseres Küchenteams konnten wir uns schon von Beginn an an den Vorspeisen erfreuen. Alle genossen sichtlich die herrlichen kalten und warmen Speisen.
In ihrem Shiur teilte Rebbetzin Rachel Nosikov unter der Frage „Was bedeutet es, eine Spur zu hinterlassen?“ ihre ganz persönlichen Gedanken sowie Weisheiten des Judentums. Jede der drei Frauen hat auf ganz unterschiedliche Weise Spuren hinterlassen. Wir sehen: Eine Spur muss nicht immer gleich aussehen. Im Talmud gibt es einen wunderbaren Gedanken: Wegen der verdienstvollen Frauen jener Generation wurden die Juden aus Ägypten befreit. Sie wussten nicht, wie die Geschichte enden würde, aber sie folgten ihrer Intuition und taten, was sie für richtig hielten, trotz aller Schwierigkeiten. Unser Leben ist voll von den unterschiedlichsten Aufgaben und dennoch fragen wir Frauen uns oft, was wir eigentlich geschafft haben. Oftmals können wir nicht erkennen, dass wir bereits mit unseren eigenen Handlungen die Zukunft schaffen. Wir dürfen nicht unterschätzen, was wir bereits tun, jede von uns hinterlässt ihre Spur, eine echte Spur.
„Denkt an eine Frau aus eurem persönlichen Umfeld!“ Mit diesen Worten setzte Maija Kurakins den Vortrag unserer Rebbetzin unmittelbar um. So entstanden persönliche Spuren in unseren Herzen und gaben uns die Gelegenheit, sie direkt schriftlich festzuhalten.
Unsere bewährte Tirzah Haase im Duett mit Armine Ghuloyan am Flügel. Lieder, die unsere Stimmung trafen und in denen wir uns wiederfanden, sorgten für eine heitere Atmosphäre im Saal.
Wer hätte gedacht, welche dynamische Rolle Sand in der Malerei spielen kann? Auf beeindruckende Weise hinterließen jüdische Motive ihre wunderschönen Spuren im Sand.
Ausgelassene Gespräche über einem leckeren Dessert-Buffet ließen uns emotional aufleben. Wir danken euch allen für die Bestätigung unserer Arbeit durch eure rege Teilnahme und Begeisterung und freuen uns von ganzem Herzen auf alle zukünftigen Veranstaltungen.
Rachel Hoffmann, Mitglied von „Alma“
Foto: Susanne Lütterfelds
