Ein süßer Start ins neue Jahr, Rosch ha-Schana in Dortmund
Gemeinsam feiern, Traditionen erleben und Wünsche für das neue Jahr teilen
Zum Neujahrsfest Rosch ha-Schana kamen in Dortmund Kinder, Jugendliche und Familien zusammen, um den Beginn des neuen Jahres 5787 in einer herzlichen und festlichen Atmosphäre zu begrüßen.
Im Mittelpunkt standen dabei Gemeinschaft, Kreativität und das lebendige Erleben jüdischer Traditionen. Mit einem abwechslungsreichen und liebevoll vorbereiteten Programm vom Jugendzentrum und Rabbinat wurden die kleinen und großen Gäste eingeladen, sich auf das neue Jahr einzustimmen und die Bedeutung von Rosch ha-Schana auf vielfältige Weise zu entdecken.
An verschiedenen kreativen Stationen konnten die Kinder und Familien selbst aktiv werden. Besonders beliebt war das Gestalten eigener Honiggläser, die als süße Erinnerung an das Fest mit nach Hause genommen werden konnten. Denn was wäre Rosch ha-Schana ohne den Wunsch nach einem süßen neuen Jahr? Auch der Wunschbaum lud dazu ein, innezuhalten und persönliche Hoffnungen und Wünsche für das kommende Jahr festzuhalten. Nach und nach füllte sich der Baum mit guten Gedanken, kleinen Träumen und herzlichen Botschaften.
Beim Simanim-Memory wiederum konnten die Kinder spielerisch die symbolischen Speisen des Neujahrsfestes kennenlernen und ihr Wissen über die damit verbundenen Traditionen erweitern. So wurden jüdische Bräuche nicht nur erklärt, sondern mit allen Sinnen erlebbar gemacht. Zwischen Basteln, Spielen und gemeinsamen Gesprächen entstand eine warme, fröhliche Atmosphäre, die Jung und Alt miteinander verband.
Im Anschluss an das kreative Festprogramm kamen alle zum gemeinsamen Gebet zusammen. Dieser feierliche Moment bildete den Übergang vom lebendigen Nachmittagsprogramm zum besinnlichen Teil des Festes und bot Gelegenheit, das vergangene Jahr hinter sich zu lassen und das neue Jahr gemeinsam willkommen zu heißen.
Nach dem Gebet wurde die Feier in zwei Teilen fortgesetzt. Während die gesamte Gemeinde zu einem großen gemeinsamen Rosch-ha-Schana-Seder zusammenkam, veranstaltete das Jugendzentrum Emuna parallel einen eigenen Seder für Kinder und Jugendliche von der ersten Klasse bis zum Abitur.
Dabei ging es um weit mehr als das gemeinsame Essen. Der Jugendzentrums-Seder wurde bewusst interaktiv gestaltet, sodass die jungen Teilnehmenden die traditionellen Speisen, Segenssprüche und Bräuche nicht nur kennenlernen, sondern aktiv miterleben konnten. Gemeinsam wurde über die Bedeutung der Simanim gesprochen, über Wünsche für das neue Jahr nachgedacht und die Symbolik der einzelnen Speisen entdeckt. Auf diese Weise wurden überlieferte Traditionen lebendig und für die jüngere Generation auf eine altersgerechte und gemeinschaftliche Weise zugänglich gemacht.
Gerade darin lag der besondere Gedanke dieses Abends. Jüdische Traditionen sind nicht nur etwas, das wir bewahren, sondern etwas, das wir gemeinsam leben, weitergeben und immer wieder neu entdecken. Wenn Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, Fragen zu stellen, selbst mitzugestalten und eigene Erfahrungen zu sammeln, werden aus Bräuchen persönliche Erinnerungen und aus gemeinsamen Festen ein lebendiger Teil jüdischer Identität.
Das Rosch-ha-Schana-Fest in Dortmund zeigte einmal mehr, wie wertvoll das Zusammenspiel zwischen Gemeinde, Rabbinat und Jugendarbeit ist. Es war ein Fest voller Begegnungen, schöner Momente und gemeinsamer Erlebnisse, das die verschiedenen Generationen miteinander verband und den Beginn des neuen Jahres auf besondere Weise bereicherte.
Mit vielen guten Wünschen, einem Lächeln und der Hoffnung auf ein friedliches, gesundes und süßes Jahr verabschiedeten sich die Familien, Kinder und Jugendlichen in das neue Jahr 5787.
Schana Towa uMetuka – möge es für uns alle ein gutes und süßes neues Jahr werden!
Simone Schneidmann, Leiterin des Jugendzentrums Emuna
Foto: Ramiel Tkachenko, Chefredakteur J.E.W.