Emanuel-Schaffer-Fußballturnier
Zu Beginn des kommenden Jahres findet in Recklinghausen ein besonderes Ereignis statt: Am 11. Februar 2026 wird das Jugendfußballturnier zu Ehren von Emanuel Schaffer eröffnet – eines Mannes, der nicht nur sein Leben dem Fußball gewidmet und als israelischer Trainer internationale Anerkennung erlangt hat, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und zur Zusammenarbeit zwischen Israel und Deutschland leistete.
Emanuel „Eddy“ Schaffer (עמנואל שפר)
Emanuel „Eddy“ Schaffer (עמנואל שפר)
Historische Sammelkarte (Fußball-Weltmeisterschaft Mexiko, 1970),
gemeinfrei / Sammlung des Autors
Emanuel Schaffer wurde 1923 in Drohobycz (damals Polen, heute Ukraine) geboren. Von 1928 bis 1933 lebte er in Recklinghausen und besuchte hier die jüdische Schule. In dieser Zeit begann er, Fußball zu spielen – eine Leidenschaft, die ihn ein Leben lang begleiten sollte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh die Familie 1933 zurück nach Drohobycz. Dort legte Emanuel sein Abitur ab und spielte in der Fußballmannschaft einer zionistischen Jugendbewegung. Nach dem faschistischen Überfall 1941 gelang ihm die Flucht. Seine Eltern und drei Geschwister wurden jedoch am 12. Oktober 1941 bei einer Massenerschießung ermordet. Dieses Trauma prägte ihn sein Leben lang – und gerade der Fußball half ihm, diese Wunden zu verarbeiten. Schaffer sah im Fußball ein Instrument für Frieden und Verständigung. Er war überzeugt: Fußball soll Menschen verbinden – unabhängig von Herkunft oder Religion.
Vor mehr als 55 Jahren kam es dank der engen Freundschaft zwischen Hennes Weisweiler, dem damaligen Trainer von Borussia Mönchengladbach, und Emanuel Schaffer zu einem denkwürdigen Ereignis: einem Freundschaftsspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und der israelischen Nationalmannschaft in Tel Aviv. Dieses Spiel gilt bis heute als wichtiger Meilenstein in den Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Unter Schaffers Leitung nahm Israel 1970 erstmals an der Fußballweltmeisterschaft der FIFA teil – ein Erfolg, der bis heute unvergessen ist. Schon an seinem ersten Tag als Nationaltrainer im Jahr 1968 machte Schaffer seine Disziplin deutlich: Als er ankündigte, dass künftig dreimal täglich trainiert werde, fragten ihn die Spieler: „An welchen Tagen?“ Seine Antwort lautete trocken: „Um sieben, um elf und um drei Uhr!“
Emanuel Schaffer bleibt für junge Fußballer ein Vorbild – durch seinen Professionalismus, seinen Fleiß und seine Leidenschaft für das Spiel.
Die Idee von Dr. Mark Gutkin, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Recklinghausen, einen jährlichen Fußballwettbewerb zu Ehren Schaffers ins Leben zu rufen, fand breite Unterstützung bei der Stadtverwaltung und in der Öffentlichkeit. Die Gemeinde ist Hauptsponsor des Turniers, das unter der Schirmherrschaft des städtischen Bildungsdezernats stattfinden wird. Teilnehmen können Schulen, Vereine und Religionsgemeinschaften, die in der Jugendarbeit aktiv sind und die Werte von Toleranz, internationalem Verständnis und gegenseitigem Respekt vertreten – Werte, die Emanuel Schaffer zeitlebens verkörperte.
Das Siegerteam wird mit dem Emanuel-Schaffer-Pokal und speziellen Gewinnertrikots ausgezeichnet.
Die Veranstalter hoffen auf ein Turnier in einer Atmosphäre der Einheit und des Miteinanders. Es soll den interkulturellen Dialog fördern, neue Freundschaften zwischen Mannschaften und Fans entstehen lassen und zeigen, dass Sport Brücken baut – über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg.
Mosche Schaffer, der Sohn des legendären Fußballspielers und Trainers der israelischen Nationalmannschaft Emanuel Schaffer, steht neben der auf dem Rathausplatz von Tel Aviv aufgestellten Statur seines Vaters
Foto: privates Foto stammt aus dem Familienalbum
Irina Barsukova, Jüdische Gemeinde Kreis Recklinghausen
Foto: Alle Fotos sind privat und stammen aus dem Familienalbum.
Sie wurden uns freundlicherweise von Mosche Schaffer, dem Sohn von Emanuel Schaffer, zur Verfügung gestell