Der Mythos der Besatzung: Wie die Deutsche Welle die Geschichte Israels umschreibt

Kolumne des Chefredakteurs

Am 10. April veröffentlichte die Deutsche Welle einen Artikel mit dem Titel „Großisrael: Israels Rechte und ihr Traum vom Bibelreich“. Zu lesen ist er über den Link: https://p.dw.com/p/5BvCj

Das, was wir in diesem Artikel beobachten, ist nicht einfach nur „journalistische Nachlässigkeit“ oder routinierte Kritik an der israelischen Regierung. Es ist eine tektonische Verschiebung im Mainstream-Narrativ, die alte antisemitische Klischees unter dem Deckmantel der objektiven Politologie legitimiert.

Lassen Sie uns diesen Artikel und die zerstörerische Logik, die er transportiert, genauer betrachten.

Das Scheitern von „Nie wieder!“: Wie der deutsche Mainstream Israel zum Monster macht
Bild generiert mit pixverse.ai / überarbeitet und finalisiert von Ramiel Tkachenko

1. Auslöschung des historischen Gedächtnisses und Begriffsverdrehung

Ost-Jerusalem und die nach 1948 erworbenen Gebiete völlig aus dem Kontext gerissen ausschließlich als „besetzt“ zu bezeichnen, ist eine historische Fälschung. Der DW-Artikel blendet eine zentrale Tatsache der Realität schlichtweg aus: Wer genau hat 1948 den Vernichtungskrieg entfesselt? Wer hat über Jahrzehnte hinweg Auslöschungskriege gegen das Volk Israel geführt? Arabische Armeen griffen den jungen jüdischen Staat mit einem einzigen Ziel an – die Juden ins Meer zu treiben. Israel hat in schwersten Verteidigungskriegen überlebt. Doch in der Darstellung von Medien wie der DW wird ein defensiver Kampf ums Überleben zu einer „aggressiven Expansion“ umgedeutet. Israel wird zynisch zum alleinigen Aggressor stilisiert, während der Kontext des unablässigen arabischen Terrors einfach wegradiert wird.

2. Verschwörungstheorie im staatlichen Gewand

Das ständige Aufbauschen des Themas eines „Großisraels vom Nil bis zum Euphrat“ ist ein klassisches Instrument der Dämonisierung. Marginale messianische Fantasien einzelner Politiker werden hier als reale staatliche Strategie Israels verkauft. Das ist eine moderne Adaption der „Protokolle der Weisen von Zion“, bei der die angebliche „Weltherrschaft“ durch eine wahnhafte Gier nach der territorialen Einverleibung des Nahen Ostens ersetzt wird. Wenn derartige Verschwörungstheorien nicht in einem linksradikalen Blättchen oder einem rechtsextremen Blog auftauchen, sondern in der renommierten, staatlich finanzierten Deutschen Welle, sendet das ein klares Signal an die Gesellschaft: „So darf man jetzt denken.“