Die unheilige Allianz – Warum die Linkenden Dschihad lieben

Die britische Publizistin Melanie Phillips – Kolumnistin der The Times, Rundfunkkommentatorin und Autorin des Buches Londonistan – gehört seit Jahrzehnten zu den markantesten Stimmen in der Debatte über die Zukunft der westlichen Zivilisation.

Melanie Phillips,
Publizistin, Kolumnistin der The Times, Rundfunkkommentatorin

Beharrlich und oft gegen den Zeitgeist warnt sie vor der Erosion westlicher Werte und vor dem Entstehen einer ideologischen Allianz aus radikalem Islamismus und Teilen der politischen Linken.

Der Westen, so Phillips, ist heute nicht nur Ziel von Angriffen. In wachsendem Maße trägt er selbst dazu bei, seine Gegner zu stärken. In ihrer Analyse beschreibt sie eine Zivilisation, die von einem gefährlichen Selbstzweifel erfasst ist – einem kulturellen „Todeswunsch“, der Israel zum Problem erklärt und die erklärten Feinde des Westens zu Opfern umdeutet.

Ihre Rede trägt den Titel „Die unheilige Allianz – Warum die Linke den Dschihad lieben“. Darin analysiert Phillips die weltweiten Reaktionen auf den Terrorangriff vom 7. Oktober. Die Massendemonstrationen in westlichen Städten seien, so ihre These, nicht bloß politische Proteste gewesen, sondern vielfach eine triumphale Demonstration islamistischer Macht im Herzen westlicher Gesellschaften.

Besonders scharf kritisiert sie die Haltung jener gesellschaftlichen Milieus, die sie als die „gebildeten Klassen“ bezeichnet. Gerade Teile der kulturellen und akademischen Eliten hätten sich zunehmend gegen die eigene Zivilisation gewandt. Die palästinensische Sache, so argumentiert sie, werde dabei oft zum ideologischen Vehikel, über das antisemitische Ressentiments erneut Eingang in westliche Institutionen fänden.

Für Phillips besteht ein unauflöslicher Zusammenhang zwischen dem Angriff auf Israel und dem Angriff auf den Westen. Das Judentum, so ihre Überzeugung, bildet das moralische Fundament der westlichen Zivilisation – geprägt durch die Idee objektiver Wahrheit und moralischer Verantwortung. Wo diese Grundlagen aufgegeben werden, treten an die Stelle von Vernunft und Fakten zunehmend Emotionen und Machtlogiken.

Am Ende formuliert Phillips eine ebenso einfache wie unbequeme Diagnose: Eine Kultur, die den Glauben an sich selbst verliert, beginnt zu zerfallen. Israel, so ihre Schlussfolgerung, erinnert den Westen an eine Wahrheit, die er zunehmend zu vergessen scheint: Eine Zivilisation, die ihre eigene Identität achtet, wird überleben. Eine Kultur jedoch, die sich selbst verachtet, hat ihren Niedergang bereits begonnen.

J.E.W.-Redaktion