Gemeinsamer Besuch des Projekts HOLO-VOICES
Ministerpräsident Wüst: Die Erinnerung an die Shoah wachzuhalten und Antisemitismus entschieden zu bekämpfen, bleibt eine zentrale Verantwortung unseres Landes
Presseerklärung
Essen, 16. April 2026
Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Donnerstag, 16. April, den israelischen Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, im Rahmen eines gemeinsamen Termins in Essen empfangen. Vorausgegangen war eine Einladung der Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Ina Brandes, gemeinsam das Projekt HOLO-VOICES auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein zu besuchen. Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Begegnung mit den Holocaust-Überlebenden Eva Weyl und Wolfgang Polak, deren Erinnerungen für HOLO-VOICES dauerhaft gesichert wurden. Außerdem tauschten sich der Ministerpräsident und Botschafter Prosor über die aktuelle Lage im Nahen und Mittleren Osten, die Solidarität Nordrhein-Westfalens mit Israel sowie die Zusammenarbeit in den Bereichen Erinnerungskultur, Bildung und zivilgesellschaftlicher Austausch aus.
v.l.n.r.: Ron Prosor, Botschafter Israels in Deutschland;
Eva Weyl, Holocaust-Zeitzeugin und Stimme von HOLO-VOICES;
Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes NRW;
Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW
Foto: Land NRW / Bernd Thissen
Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Die Erinnerung an die Shoah wachzuhalten und Antisemitismus entschieden zu bekämpfen, bleibt eine zentrale Verantwortung unseres Landes. Mit HOLO-VOICES sichern wir die Erfahrungsberichte von Überlebenden des Holocaust dauerhaft für kommende Generationen und eröffnen insbesondere jungen Menschen durch den Einsatz modernster KI- und Hologramm-Technologie neue Zugänge zur Erinnerungskultur. Gemeinsam mit unseren 32 NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorten steht das Projekt für die starke und vielfältige Erinnerungs- und Bildungsarbeit in Nordrhein-Westfalen. Dass sich auch Vertreterinnen und Vertreter von Yad Vashem hiervon im vergangenen Jahr ein Bild gemacht haben, unterstreicht die hohe internationale Anerkennung, die Nordrhein-Westfalen auf diesem Gebiet genießt.“
„Seit Ende Februar eskaliert der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Das iranische Regime bedroht nicht nur Israel, sondern destabilisiert seit langem die ganze Region und stellt auch für Europa eine ernsthafte Gefahr dar. Wir unterstützen die Ziele, das iranische Regime und sein Atomprogramm zu stoppen, appellieren aber zugleich, diplomatische Lösungen zu suchen, um eine weitere Eskalation zu vermeiden“, so Ministerpräsident Wüst weiter. „Unsere Solidarität gilt der iranischen Bevölkerung, den anderen betroffenen Staaten am Golf und gerade Israel, dessen Recht auf Selbstverteidigung unantastbar ist. Diese Solidarität zeigt Nordrhein-Westfalen ganz konkret mit unserm Landesbüro in Tel Aviv, mit dem wir seit Jahren verlässlich vor Ort präsent sind. Mit der Initiative ‚Shalom Chaveruth‘ stärken wir zudem selbst in schwierigen Zeiten die Partnerschaften und den zivilgesellschaftlichen Austausch zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel.“
v.l.n.r.: Prof. Dr. Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund;
Wolfgang Polak, Holocaust-Zeitzeuge und Stimme von HOLO-VOICES;
Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes NRW;
Eva Weyl, Holocaust-Zeitzeugin und Stimme von HOLO-VOICES
Foto: Land NRW / Bernd Thissen
Botschafter Ron Prosor: „Die Geschichte des Holocaust wird vergiftet. Mit Deepfakes und KI fluten Antisemiten das Netz mit Hass. Projekte wie HOLO-VOICES sind die richtige Antwort auf diese Lügen. Wer Überlebenden wie Eva Weyl und Wolfgang Polak gegenübersteht, kann der Wahrheit nicht mehr ausweichen. Diktatoren, Terror-Regime und Dschihadisten nutzen neue Technologien, um Leid, Gewalt und Tod zu verherrlichen. Wir machen das Gegenteil: Wir nutzen neue Technologien für das Leben, die Freiheit und die Wahrheit. Ich danke Hendrik Wüst und Ina Brandes, dass Nordrhein-Westfalen hier eine Spitzenposition einnimmt.“
v.l.n.r.: Eva Weyl, Holocaust-Zeitzeugin und Stimme von HOLO-VOICES;
Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes NRW;
Wolfgang Polak, Holocaust-Zeitzeuge und Stimme von HOLO-VOICES
Foto: Land NRW / Bernd Thissen
Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Der Holocaust und das damit verbundene unermessliche Leid der Jüdinnen und Juden prägt die deutsche Geschichte – auch 80 Jahre nach dem Ende der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus. Die Erinnerung an die Gräuel, verbunden mit der Mahnung, die Stimme gegen Antisemitismus und Rassismus zu erheben, gehören zu den bleibenden Aufgaben deutscher Erinnerungskultur. Die Erfahrung und die Eindrücke einer persönlichen Begegnung mit Holocaust-Überlebenden sind für diese Aufgabe unersetzlich. Wir brauchen authentische Schilderungen, um eine Ahnung davon zu bekommen, welches Leid die Jüdinnen und Juden erfahren mussten – und welche Schuld die Mitläufer und Schweiger auf sich geladen haben. Deswegen lassen wir mit HOLO-VOICES die Überlebenden zu Wort kommen und sichern ihre Zeugnisse für die Ewigkeit. Ich bin Eva Weyl, Wolfgang Polak und allen anderen Holocaust-Zeitzeugen sehr dankbar, dass sie sich den Strapazen von langen Interview-Tagen ausgesetzt haben. Sie leisten damit einen unschätzbaren Dienst gegen das Vergessen und geben uns einen klaren Auftrag: Nie wieder ist jetzt.“
Ron Prosor, Botschafter Israels in Deutschland, mit Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW
Foto: Land NRW / Bernd Thissen
Zeitzeugin Eva Weyl: „Die moderne Technik mit KI ist fantastisch. So kann ich mithelfen, dass die Geschichte bewahrt bleibt. Besonders den jungen Menschen möchte ich sagen: Ihr müsst die Vergangenheit kennen, um zu helfen, dass der Frieden bewahrt bleibt. Helft mit gegen Intoleranz, gegen Respektlosigkeit und gegen Entwürdigung. Und sprecht über das, was ihr bei HOLO-VOICES erfahrt. Erzählt es Euren Eltern, sprecht zu Hause darüber – und seid menschlich!“
