Gedanken über das Leben der Gemeinde
Ist die Zukunft der jüdischen Gemeinde in Deutschland: Illusion oder Realität?
Als wen empfinden wir, die Juden aus dem postsowjetischen Raum, uns heute im wohlhabenden Deutschland? Als wurzellose Kosmopoliten? Einfach als Emigranten? Oder als Juden zu Hause und als Deutsche auf der Straße?
Wir haben uns daran gewöhnt zu glauben, dass die Zukunft gesichert ist: Die Kinder sprechen Deutsch, das Leben ist geregelt, und bei echter Not steht die Gemeinde zur Seite. Aber haben Sie sich jemals gefragt, warum es im demokratischen Europa so viel einfacher geworden ist, seine Wurzeln zu vergessen, als in der rauen Realität der UdSSR? Warum ein Gemeindemitglied heute zwar gerne Schach spielt, im Chor singt und auf Reisen geht, aber die Synagoge hartnäckig meidet?
In der ersten Podcast-Folge des Magazins „Jüdisches Echo Westfalen“ greifen wir ein brisantes und sehr unbequemes Thema auf. Zu Gast ist Rabbiner Michael Kogan. Gemeinsam mit uns stellt er Fragen, die man nicht so einfach beiseiteschieben kann:
- Wenn wir das Judentum nur noch auf der rein biologischen Ebene wahrnehmen, welche Werte bleiben dann unter dem Strich übrig?
- Sind unsere Kinder und Enkel tatsächlich der Garant für die Zukunft? (Spoiler: Da irren wir uns gewaltig.)
- Haben wir vielleicht schon den ersten zielsicheren Schritt in Richtung unseres eigenen Verschwindens gemacht, wie es Karl Marx einst prophezeite?
In jedem von uns lebt eine jüdische Seele, aber wie holen wir sie aus dem hintersten Winkel unseres Herzens hervor? Wie schaffen wir es, dass wir neben dem gregorianischen Kalender auch wieder einen jüdischen aufhängen wollen? Und warum ist das Erlernen unserer Traditionen unser einziger Rettungsanker?
Die Antworten, die unser „Morgen“ definieren, finden sich in diesem ehrlichen Gespräch. Wir haben schlichtweg keine andere Wahl, als uns wieder auf unsere Wurzeln zu besinnen.
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