Erfolgreiches Workshop- und Trainingsangebot „Projektentwicklung & Development“

Im Juli 2026 veranstaltete der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe in Kooperation mit dem GemeindeCoaching des Zentralrats der Juden in Deutschland in der Jüdischen Gemeinde Dortmund den Workshop „Projektentwicklung & Development“.

Die Begrüßung der Teilnehmenden übernahm Alexander Sperling, der Geschäftsführer des Landesverbandes. Er zeigte sich erfreut über die hohe Resonanz auf die Veranstaltung, an der Vertreter*innen aus sieben unserer zehn angeschlossenen jüdischen Gemeinden in Westfalen-Lippe teilnahmen. In seiner Ansprache betonte er, „[…] dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Größen und Strukturen alle im selben Boot sitzen.“ Anstatt miteinander zu konkurrieren, gelte es, voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln.

Zugleich wies Herr Sperling darauf hin, dass sich die Gemeinden nicht dauerhaft darauf verlassen könnten, dass öffentliche Mittel in bisherigem Umfang zur Verfügung stehen werden. Um das vielfältige jüdische Leben auch künftig lebendig gestalten zu können, sei es daher unerlässlich, sich intensiv mit den Möglichkeiten des Developments auseinanderzusetzen. Der Workshop setze genau an diesem Punkt an und solle die Gemeinden dabei unterstützen, neue Perspektiven und Finanzierungsmöglichkeiten für ihre Arbeit zu erschließen.

Die Veranstaltung knüpfte an die erfolgreiche Zusammenarbeit der vergangenen Jahre an. Bereits zuvor hatten der Landesverband und das GemeindeCoaching gemeinsam einen Workshop zum Thema „Projektmanagement“ sowie das Seminar „Zukunftswerkstatt“ für Jugendliche und junge Erwachsene angeboten. Während die bisherigen Veranstaltungen von Referenten der Industrie- und Handelskammer begleitet wurden, konnte für den diesjährigen Workshop mit Benny Fischer ein besonders ausgewiesener Experte gewonnen werden, der die Teilnehmenden mit seiner offenen, motivierenden und nahbaren Art von Beginn an begeisterte und zu einem lebendigen Austausch anregte.

Herr Fischer verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Projektentwicklung, Fundraising und Organisationsentwicklung. Beruflich ist er heute als Director of Development Europe bei Bellingcat tätig. Der jüdischen Gemeinschaft ist er jedoch stets eng verbunden geblieben und engagiert sich seit vielen Jahren in der jüdischen Bildungs- und Jugendarbeit. Nach seinem Jurastudium an der Universität Hamburg war er Präsident der European Union of Jewish Students sowie Gründungspräsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland. Darüber hinaus war er unter anderem für den European Jewish Congress, den World Jewish Congress, die Alfred Landecker Foundation und als Vorstandsvorsitzender von CeMAS tätig und absolvierte einen eMBA an der Central European University.

Er engagierte sich zudem über viele Jahre in der Jugendleiterausbildung der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und begleitete zahlreiche junge Menschen auf ihrem Weg zu ehrenamtlichen Führungskräften. Umso größer war seine Freude, beim Workshop einige Madrichim wiederzutreffen, die er selbst Jahre zuvor ausgebildet hatte.

Die Teilnehmenden an dem Workshop kamen aus ganz unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, darunter Sozialarbeit, Verwaltung, Jugendarbeit, Antisemitismusberatung, Geschäftsführungen und Vorstände. Diese Vielfalt bereicherte den intensiven Austausch.

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Entwicklung konkreter Projektideen für die Gemeinden. Dabei wurde nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern die Teilnehmenden arbeiteten auch sehr praxisnah und entwickelten gemeinsam erste Konzepte, die an den Bedürfnissen der Gemeinden anknüpfen. Diskutiert wurden unter anderem Ideen für ein „Westfalen United Machane“ zur Stärkung jüdischer Identität, überregionale Begegnungsveranstaltungen zur Prävention von Einsamkeit, ein verlängertes Erholungswochenende für Familien mit Kindern mit Behinderung sowie Strategien zur Mitgliedergewinnung aus dem Ausland. Viele weitere Ansätze wurden gesammelt, diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt.

Ziel des Workshops war es nicht nur, Ideen zu entwickeln, sondern diese in den kommenden Monaten Schritt für Schritt in konkrete Projekte zu überführen. Der Austausch zwischen den Gemeinden soll fortgesetzt und die Zusammenarbeit intensiviert werden. Besonders wertvoll war dabei das Angebot des Referenten, die Gemeinden auch nach dem Workshop im Rahmen individueller Beratungen zu begleiten und Projektideen sowie Förderanträge zu prüfen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Besonders hervorgehoben wurden der hohe Praxisbezug, die vielen unmittelbar umsetzbaren Impulse sowie die motivierende Arbeitsatmosphäre.

Ein besonderer Dank gilt auch der Jüdischen Gemeinde Dortmund, die mit ihrer Unterstützung und ausgezeichneten Verpflegung maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beitrug.

Die hohe Beteiligung und das positive Feedback unterstreichen den Bedarf an praxisorientierten Fortbildungsangeboten für die jüdischen Gemeinden in Westfalen-Lippe. Nun gilt es, die im Workshop entwickelten Ideen weiterzuverfolgen und den begonnenen Austausch zwischen den Gemeinden fortzuführen und konkrete Projekte auf den Weg zu bringen. Der Landesverband freut sich darauf, diesen Prozess auch künftig gemeinsam mit dem GemeindeCoaching des Zentralrats zu begleiten und zu unterstützen. 

Carina Fischer, Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe K.d.ö.R.
Foto: Archiv des LVJGWL